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Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.

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SVZ: Tripkau/Hitzacker : Wer keinen Aal hat, hat die Qual

Tripkau/ Hitzacker, den 12.04.2018

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SVZ: Tripkau/Hitzacker: Wer keinen Aal hat, hat die Qual

Gemeinschaftsinitiative Elbefischerei diskutiert über Zukunft des Wanderfisches Aal

Er ist nicht gerade schön anzuschauen, er ist überaus rutschig aber vor allem ist er vom Aussterben bedroht: Der europäische Aal. Aus diesem Grund widmete die Gemeinschaftsinitiative Elbefischerei diesem Wanderfisch auch eine komplette Sitzung.

Der Verein, dem auch viele Angelvereine aus der Region angehören, engagiert sich bereits seit mehreren Jahren beim Aalbesatz in der Elbe und den Nebengewässern und war nun bestrebt, seinen Mitgliedern darzulegen, wie problematisch die Situation immer noch ist. Denn auch am Grenzfluss zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen ist ein starker Rückgang der Fangzahlen zu beobachten.

„Wenn man die Vereinskameraden von früher erzählen hört, hat man manchmal das Gefühl, im falschen Film zu sein. Die reden davon, dass sie mitunter sieben Aale und mehr an einem Tag gefangen haben. Ich habe im gesamten letzten Jahr nur einen geangelt“, berichtet Heiko Breudel. Der Gewässerwart des Tripkauer Angelvereins „Eisvogel“ beobachtet dabei bereits in den letzten fünf bis sechs Jahren einen gravierenden Rückgang der Fangquote.

Breudels Eindrücke wurden auf der Versammlung im niedersächsischen Hitzacker in einer gewissen Hinsicht bestätigt. So sprach Dr. Malte Dorow vom Institut für Fischerei der Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern in Rostock unter anderem über die Entwicklung, die der Aalbestand in der ehemaligen DDR vollzogen hat: „Seit 1985/86 ist ein kontinuierlicher Abfall der Fangquote zu beobachten.“

Als Gründe nannte Dorow vor allem den Devisenmangel, der die zuvor in Mecklenburg sehr intensive Nutzung des Aals stark beeinträchtigte.

Zudem kam mit der Wende 1990 nicht nur eine andere Form der Bewirtschaftung, sondern auch der Kormoran, den viele Angler aus dem Plenum als „schwarze Pest“ bezeichnen. Den Vogel sowie die Kraftwerke, die mit ihren Wasserkühlanlagen für viele Fische den sicheren Tod bedeuten, sieht ein Gros der Angler als Hauptschuldige für den Rückgang der Aalpopulation, so dass Rufe gegen den Vogel und für eine Belangung der Kraftwerksbetreiber auf der Sitzung schnell laut wurden.

Eine Stimmung, die Dr. Markus Dieckmann vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit etwas beruhigen wollte, indem er darauf hinwies, dass mit den Kraftwerken statt gegen sie gearbeitet werden sollte. Nur zusammen können Ziele erreicht werden, damit auch Maßnahmen, wie die dreimonatige Schonzeit für den Aal in Küstenregionen einen Sinn ergeben und der Aalbestand sich erholt

SVZ, SNIT


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