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Mecklenburg-Vorpommern e.V.

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NORDKURIER: Zu wenig Wasser - Groß Teetzlebener Mühlenbach vor dem Ende

Teetzleben/ Görslow, den 08.11.2018

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NORDKURIER:

Zu wenig Wasser - Groß Teetzlebener Mühlenbach vor dem Ende

 

Altentreptow · 08.11.2018 · 06:27 Uhr

 

Das laufende Jahr hat dem Mühlenbach schwer zugesetzt. Immer weniger Wasser führte oberhalb von Teetzleben zu erheblichen Tierverlusten. Der Landesanglerverband zeichnet ein grausiges Bild.

„Eine Schmerle!“, sagt Mario Voigt wieder und wieder. „Nur eine einzige Schmerle!“ Es ist nicht schwierig, die Fassungslosigkeit in seiner Stimme zu erkennen. Voigt ist beim Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern für Umwelt- Natur und Artenschutz zuständig. Für Bäche und ihre Bestände setzt sich im Land wohl kaum einer so ein wie er und seine Kollegen.

Der Mühlenbach oberhalb von Teetzleben sei besonders wertvoll, weil dort die Bestände und die Artenvielfalt in letzter Zeit wieder zugenommen hätten. „Bei der Untersuchung letztes Jahr war noch alles gut“, sagt Voigt. Und dieses Jahr eben nur dieser eine Bodenfisch.

Es dauert Jahre, bis der Zustand wieder normal ist

Frank Deutschmann vom Angelverein Groß Teetzleben konnte beim Hegefischen noch keinen Rückgang feststellen. Allerdings angeln die Mitglieder des Vereins auch am Mühlenteich und nicht am Bach. Der Wasserrückgang dort hat jedoch auch den Teetzlebener schockiert.

Die Untersuchungen am Mühlenbach nimmt jedes Jahr ein Büro für Umweltplanung und -bildung vor. Aus gutem Grund: „Die Naturgebiete rund um die Bächlein sind wichtige Ökosysteme und Laichgebiete“, betont Voigt. Und sensibel.

Im Mühlenbach sind unter anderem die Laichgebiete der Meer- und Bachforelle sowie der seltenen Aalquappe betroffen. Auch weiter oben Richtung Reinberg habe es letztes Jahr noch Laichnachweise gegeben. „Dieses Jahr wurde nicht einmal ein Stichling entdeckt“, sagt Voigt. Die Fische, die zum Laichen aufsteigen wollten, kamen dieses Jahr kaum durch, weil die Fischtreppen zu wenig Wasser führten. Es wird Jahre dauern, bis die jetzigen Zustände komplett überwunden werden.

Mehr Fischtreppen oder ein Wehr könnten helfen

Doch wieso ist so wenig Wasser in kleinen Gewässern wie dem Mühlenbach? Christoph Linke macht vor allem das Wetter für die Zustände verantwortlich. „Wir hatten erst von August bis Ostern überproportional viel Niederschlag und ab da sehr lange Dürreperioden“, fasst der Leiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (StaLU) die letzten 15 Monate zusammen.

Instrumente, den Gegebenheiten des Wetters etwas entgegenzusetzen, hat das Amt allerdings. Mehr Fischtreppen oder ein Wehr, um das Wasser länger zurückzuhalten. „Um bestimmte Umweltziele zu erreichen, gibt es diese Optionen“, sagt Linke. Sollte sich der Zustand mit den extremen Wetterlagen manifestieren, könnte es schnell soweit sein. Dafür müssten dann alle an einen Tisch. Das Amt, der Wasser- und Bodenverband, die Pächter und Heger. „Gerne auch immer die ortsansässigen Landwirte“, fügt Linke hinzu.

Pumpen verschärfen das Wasserproblem noch

Damit spricht der Amtsleiter einen wichtigen Punkt an. Denn zwar sagt auch Mario Voigt, dass das Wetter Hauptursache für die Katastrophe des oberen Mühlenbaches sei. „Aber die Pumpen haben das Problem noch verschärft.“ Damit meint der Mann vom Landesanglerverband keinesfalls nur die Landwirte, die sich aus dem Bach oder Zuflüssen bedienen, sondern auch einzelne Anwohner, die das Wasser für ihren Garten benutzen.

„Gerade wenn die Wasserressourcen so angespannt sind wie in diesem Jahr, wäre es besser, wenn man das Wasser nur abschöpft. Aber nicht abpumpt“, sagt er. Und bei Landwirten, die das Wasser ebenfalls dringend benötigen, um ihre Erzeugnisse zu sprengen, sei es wünschenswert, wenn diese sich beim Grundwasser bedienen und nicht beim Oberwasser, von dem dessen Bewohner so dringend abhängig sind. Der Verband sei bereits stellenweise dabei, einvernehmliche Lösungen herauszuarbeiten. Damit die nun wieder neu aufgenommene Arbeit zur Artenerhaltung am Mühlenbach nicht noch einmal durch ein schlechtes Jahr zunichtegemacht wird.

Nordkurier, Tim Prahle


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