Aktuelle Mitteilungen des Landesanglerverbandes
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

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SVZ: Hagenower Schüler angelten am Mühlenteich - Schulprojekt des Landesanglerverbands

Hagenow/ Görslow, den 12.04.2019

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„Viki hat es voll drauf!“

Schüler der Hagenower Heincke-Schule angelten am Mühlenteich / Hintergrund ist ein Schulprojekt des Landesanglerverbands

Hagenow: Ungeduldig stehen sie am Ufer. Ihre langen Stippruten wedeln hin und her, aber der Hakenwurf muss warten. Denn bevor die Schüler der Heincke-Schule in Hagenow ihre Angeln zum ersten Mal auswerfen können, haben sie eigentlich noch eine knifflige Aufgabe zu erledigen: Es fehlt der Köder. „Ihr nehmt euch eine Made aus den Behältern und zieht sie mit dem dicken Ende zuerst auf den Haken“, erklärt Christoph Wittek vom Landesanglerverband. Allerdings hätte er sich die Ansage sparen können, denn im Angesicht der sich windenden Tiere, streiken die meisten Sechstklässler. „Die leben noch!“ - mehr Argumente bedarf es nicht.

Was die Schüler zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen: Ihre anfängliche Scheu gegenüber den dicken, weißen Maden, werden sie während der ersten Praxisstunde ablegen. Am Ende werden jedenfalls fast alle zupacken. Köder aufziehen, gehört zum Angeln eben dazu und somit auch zum Ganztagsschulprojekt „AngelnmachtSchule“ des Landesanglerverbands.

Ende Februar startete der Verband das Projekt mit den ersten Theoriestunden in zwei ausgewählten Schulen, der Regionalen Schule „Prof. Dr. Friedrich Heincke“ in Hagenow und der „Schule am See“ in Satow. „Es ist auf drei Jahre ausgelegt und nun in der Pilotphase. Christoph Wittek setzt das Konzept didaktisch um und wir erproben das von ihm erarbeitete Unterrichtsmaterial“, erklärt Kilian Neubert, der für die Jugendarbeit im Landesanglerverband zuständig ist und das Konzept für das Projekt geschrieben hat.

„Ich hatte von der Idee in der Verbandszeitung gelesen und das Ganze in die Wege geleitet“, sagt Guido Nazarkiewicz, Biologielehrer an der Heincke-Schule. „Wir brauchen immer außerschulische Partner, um unser Ganztagsangebot zu füllen.“ Zudem gehe er selbst gerne angeln und habe dort auch schon einige Schüler gesehen. „Das ist etwas, was ihnen Spaß macht, und es ist eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Wir wollen sie weg von PC-Spielen und raus in die Natur bekommen.“

Insgesamt nehmen in Hagenow 17 Schüler der sechsten Klassen an dem Projekt teil. „Das Interesse war hier aber deutlich größer. Mit so einer großen Gruppe ist es auch schon recht schwierig. Später wollen wir es auf zehn bis zwölf Schüler begrenzen. Das wäre optimal“, meint Kilian Neubert.

Denn nicht immer werden die beiden Biologen vom Landesanglerverband dabei sein. Das Projekt, das über die Fischereiabgabe vom Umweltministerium finanziert wird, ist nämlich darauf ausgelegt, dass später Lehrer oder örtliche Vereine die Unterrichtseinheiten anbieten können. „Wir wollen sie mit dem von uns ausgearbeiteten Material dazu motivieren, in die Schulen zu gehen“, so Kilian Neubert.

Die Schüler selbst sind motiviert, das zeigt sich während ihrer ersten Praxisstunde. Jeder von ihnen möchte auch mit einem Fisch nach Hause gehen. Einen zu angeln, gelingt allerdings den wenigstens. Doch es gibt offenbar auch Naturtalente, wie Viktoria Litvinov. „Ich mache hier mit, weil ich später mit meinem Vater angeln gehen möchte. Das macht Spaß“, so die 11-jährige Schülerin, die während der Praxisstunde drei Fische aus dem Mühlenteich zieht. „Viki hat es voll drauf!“, sagt dazu Guido Nazarkiewicz.

SVZ, Robert Lehmann (Text und Foto)


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