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Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.

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SVZ: Krainke - Angler bangen um Leben im Fluss

Görslow/ Amt Neuhaus, den 08.10.2019

Angler bangen um Leben im Fluss

Verkrautung und Verschlammung der Krainke sind ein großes Problem für Petrijünger und Fische

Den Anglern in der Gemeinde Amt Neuhaus stinkt es gewaltig. Und das nicht nur im übertragenen Sinne. „Der Stixer See ist eine Kloake“, ist Klaus Bartels schockiert. Dem ersten Vorsitzenden des Angelvereins „Seerose“ aus Kaarßen reicht es. Deswegen hat er den Telefonhörer in die Hand genommen und alle Verantwortlichen und zuständigen Behörden zu einem Vororttermin nach Stixe geladen.

Als See wird hierbei das Flüsschen Krainke bezeichnet, das sich quer durch die Gemeinde schlängelt und an manchen Orten so breit ist, dass es den Charakter eines Sees hat und zum Baden genutzt wird beziehungsweise genutzt wurde.

Letzteres ist in Stixe der Fall. „Die Verkrautung des Gewässers ist einfach zu stark. Gebadet wird hier schon lange nicht mehr“, ist eine weitere Beobachtung von Klaus Bartels und seinen Angelfreunden. Diese haben aufgrund des extremen Bewuchses und der damit verbundenen Verschlammung in diesem Jahr auch schon ein Fischsterben beobachten müssen.

Für Bartels ist die Zugehörigkeit des Amtes Neuhaus zum Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue dabei ein ganz großer Dorn im Auge. Seitdem diese bestehe, sei an dem Gewässer in Sachen Unterhaltung kaum noch etwas geschehen.

„Früher waren wir zweimal im Jahr unterwegs und haben alles frei gehalten“, erinnert sich Bartels an längst vergangene Zeiten. Er selbst sei in Stixe aufgewachsen und könne sich noch sehr gut daran erinnern.

Untätigkeit will sich aber vor allem Johannes Prüter nicht vorwerfen lassen. Der Leiter der der Biosphärenreservatsverwaltung Niedersächsische Elbtalaue ist auch dem Ruf des Anglers gefolgt und entgegnet, gleich nachdem der Stixer seine Sorgen vorgetragen hat: „Eine Gewässerunterhaltung ist von August bis Oktober zulässig.“

Es dürfte demnach etwas gegen die Verkrautung unternommen werden. Die Frage ist nur, was? „Nur das Nötigste“, ist rasch von den Anglern zu hören. Knapp 450 sind es nach Schätzungen von Klaus Bartels in der gesamten Gemeinde, verteilt auf sechs Angelvereine. „Für uns hat der Hochwasserschutz die höchste Priorität und der ist hier gewährleistet“, wirft Jürgen Sahs ein. Der Geschäftsführer des Neuhauser Deich- und Unterhaltungsverbandes kennt die Situation in Stixe, sieht jedoch ein ganz anders, großes Problem: Die finanziellen Mittel, um das Gewässer in einen Zustand zu versetzen, mit dem die Angler leben könnten, sind einfach zu hoch.

„Gewässer altern. Das liegt in der Natur der Sache. Vielleicht können wir es hier aber schaffen, kleine Schritte zu gehen, in dem wir ein Pilotprojekt ins Leben rufen“, ist die Idee von Steffen Göckemeyer. Er ist bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zuständig für Fischerei und sieht bei seinem Vorschlag auch die Angler in der Pflicht. „Anträge und Initiativen müssen von euch kommen“, gibt er Klaus Bartels und seinen Mitstreitern auf den Weg.

Eine Ansage, die sofort Gehör findet. Andreas Frank vom Angelsportverein „Gut Fang“ aus Stapel hat eine Stelle etwas weiter flussabwärts im Kopf, an der eine Verjüngung des Gewässers äußerst sinnvoll wäre. Kaum war diese in Augenschein genommen, stieß er mit diesem Vorschlag auf Zustimmung.

„Da ist was möglich. Vor allem könnte man hier zeigen, dass Fische ebenso schützenswert sind wie zum Beispiel Fledermäuse“, sagt Matthias Emmrich vom Anglerverband Niedersachsen in Richtung Johannes Prüter. „Wir sind offen für solche Maßnahmen“, antwortet dieser sogleich und entlockt damit auch Klaus Bartels ein Lächeln.

„Ich bin nicht mehr der Jüngste und möchte einfach sehen, dass noch etwas passiert“, gibt sich der fast 80-Jährige versöhnlich. Die ersten Schritte auf dem Weg dahin hat er mit seinen Telefonaten gemacht. Denn auch die Gemeinde als Verpächter des Gewässers steht Maßnahmen zur Verbesserung positiv gegenüber.

SVZ, Sascha Nitsche


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